Bassday Mogul Minnow 110SP im Test: Der XL-Barschwobbler

Kunstköder – und besonders Barschwobbler – haben es bei mir nicht leicht. Mehr als zwei Probeeinsätze sind den wenigsten vergönnt. Hat der betreffende Köder dann nicht überzeugt, rutscht er nach und nach immer tiefer in die Kiste. Der Bassday Mogul Minnow 110SP Twitchbait hat sich dagegen trotz der stattlichen Größe einen Stammplatz in der Barschkiste erwobbelt.

Ende Januar ist ja auch immer ein bisschen die Zeit, in der wir Angler die vergangene Saison Revue passieren lassen. Beim Aufräumen der Kisten kommen dann bei mir oft die Erinnerungen zurück. So ging es mir jetzt auch mit dem Bassday Mogul Minnow 100SP, der sich als XL Barschwobbler absolut hervorgetan hat und der auch in 2018 definitiv viele Einsätze bekommen wird. Zu Verfügung gestellt wurde das Testpaket von Nippon-Tackle .



An anderer Stelle habe ich ja bereits den kleineren Bruder Bassday Mogul Minnow 88SP vorgestellt und auch noch ein bisschen was zum Hersteller Bassday mit Fokus auf die Mogul-Serie aufgeschrieben. Zur Mogul-Minnow-Familie gehört übrigens auch noch der 66SP.

Warum dann jetzt ein eigener Artikel zur 110mm-Variante? Ganz einfach: Der 110er Mogul Minnow ist einfach rein größentechnisch ein anderes Kaliber Barschwobbler als seine beiden kleineren Brüder. Und er weist auch in puncto Laufverhalten Besonderheiten auf, die ihn abheben. Das macht ihn aus meiner Sicht zu etwas besonderem.

Zunächst aber der obligatorische Blick auf die harten Fakten.

Datenblatt - Bassday Mogul Minnow 110SP Twitchbait

Hersteller:Bassday (Japan)
Modellbezeichnung:Mogul Minnow 110SP
Typ:Twitchbait (Suspender)
Länge:110mm
Lauftiefe:1 Meter
Haken3 Drillinge (Owner ST-36)
SprengringeGr. BK # 2
Gewicht:17g
Preis:14,95€

Farbauswahl

Sechs Farben stehen zur Auswahl. Wobei die Farbe „Bleak“ erst zum einjährigen Jubiläum dazugekommen ist. Die Dekore Hot-Tiger- und HF-Gill sind matt, alle anderen Moguls mit einem hochreflektierenden Finish versehen, das im Wasser für ungemein starke Reflexionen sorgt.

  Diashow – Farbauswahl Bassday Mogul Minnow 110SP

 

AUFBAU & AKTION


Die Körper der Mogul-Minnow-Wobbler bestehen aus einem hochstabilen Kunststoff. Der Clou befindet sich jedoch im Inneren. Ein beweglicher Tungsten-Zylinder rutscht kurz vor dem Wurf ans hintere des Körpers, dadurch fliegen die Mogul Minnows absolut stabil und super weit. Im vorderen Drittel sorgen zwei Kugeln für eine klackende Klangkulisse. Beim Aufprall auf das Wasser rutscht der Zylinder zuverlässig zurück in die Mitte.

Im Unterschied zu den beiden kleineren Modellen verfügt der 110er Mogul Minnow dabei nicht über eine stabilisierende Finne im Bereich der Afterflosse.

Schema Bassday Weight-Shifting-System

So funktioniert das Weight-Shifting-System der Mogul-Serie. Foto: Bassday

Mogul Minnow in Action

Beim einfachen Einholen „rollt“ der größte Mogul Minnow wie seine Brüder stark um die Längsachse. Das bleibt erfreulicherweise auch bei hohen Geschwindigkeiten so. Bei Spinnstops steht er waagerecht im Wasser. Nur nach harten Twitches kann es sein, dass das Zylinder-System verrutscht und der Köder eher hecklastig parkt. Meistens reicht aber ein weiterer Schlag mit der Rutenspitze, um den Zylinder zurück in die Angel-Position zu befördern.

Auf Twitches reagiert der Mogul Minnow mit der vollen Bandbreite der Clown-Bewegungen, die Twitchbaits für Räuber so verführerisch machen. Von leichtem Darten bis zu Saltos kann man dem Köder leicht alle möglichen Tricks beibringen. Trotz der drei Drillinge bleiben Schnurfänger dabei die absolute Ausnahme.

IN DER PRAXIS


Für die meisten Angler, die es gezielt auf Barsche abgesehen haben dürfte ein 110mm langen Twitchbait eher nicht zu ihrem Standardrepertoire an Barschwooblern zählen. Ich gehörte auch dazu, allerdings hat mich der Mogul Minnow 100 mittlerweile eines besseren belehrt. Der Köder fängt zuverlässig Barsche und auch Fische um die 25cm haben offenbar keine Probleme, den nur wenige cm kleineren Köder zu attackieren.

Der Rücken des Barschwobbler Mogul Minnow 110SP trägt die Modellbezeichnung.

Von oben: Der Rücken des Mogul Minnow 110SP trägt die Modellbezeichnung. Foto: tackle-tester.de

Besonders wenn es um Wurfweite geht oder die Bedingungen aufgrund von Gegenwind eher schwierig sind ist der Mogul Minnow 110SP mit seinen 17 Gramm mehr als eine Alternative zu kleineren Modellen und bei mir mittlerweile erste Wahl.

Gerade das ausgeklügelte Weitwurfsystem hebt ihn dabei nocheinmal von vergleichbaren Modellen ab. Das Klacken, mit dem der Weitwurfzylinder in die Wurfposition einrastet ist schon nach kurzer Zeit wie Musik und der Auftakt für den nächsten Raketenflug. Gegenwind oder nicht.

Set-up für große Barschwobbler

Persönlich fische ich Twitchbaits sehr gerne an Baitcastern. Da der Mogul Minnow 110 SP die Stachelfreunde am zuverlässigsten nach harten Twitches verführt muss es schon eine straffe ML-Rute sein. Die Tailwalk BackHoo RISE C632 ML (zum Testbericht) ist mit ihrem leicht unterbewerteten Wurfgewicht eine ideale Gespielin.

Im Team mit der Shimano Scorpion BFS (zum Testbericht) und einer Qualitäts-PE mit 10 oder 12 lbs Tragkraft bin ich dabei in ganz neue Weitendimension vorgestoßen. Eine Medium-rated Baitcaster ist aber mit Sicherheit ebenfalls eine gute Wahl und eine BF-Baitcaster-Rolle muss es bei 17 Gramm Ködergewicht mit Sicherheit auch nicht sein.

Der ATC-Griff der Tailwalk BackHoo Rise ML - die perfekte Kombo für Barschwobbler

Backhoo Rise mit Shimano Scorpion BFS XG. Foto: tackle-tester.de

Bin ich mit der Spinning unterwegs ist die Tailwalk Del Sol S672M-SPII (zum Testbericht) aufgrund des kurzen Griffs meine erste Wahl für Twitchbaits ab 8cm. Dann meist in Kombination mit der Shimano Stradic Ci4+ 3000 FB.

Stahl oder zumindest dickes Fluo (ab 0,80 mm)  ist bei der Ködergröße schon bei der geringsten Hechtgefahr absolute Pflicht.

Ich tendiere mittlerweile zu Stahl. Das im Vergleich zu Fluo dünnere Material beeinflusst aufgrund des niedrigeren Wasserwiderstands das Köderspiel auch kleinerer Barschwobbler weitaus weniger. Anders gesagt: Twitches werden bei Stahlvorfächern deutlich direkter auf den Köder übertragen.

Führung und Einsatz Mogul Minnow 110SP

Barschwobbler können bei Wassertemperaturen über 10 Grad kaum zu zackig geführt werden. Um dem großen Mogul Minnow so richtig zum Tanz zu animieren, braucht es aber kräftige Schläge. Trotz des erhöhten Kraftaufwands setze ich beim gezielten Einsatz auf Barsch auf genau diese Führung.

Ist das Wasser kälter, mache ich einfach seeeehr lange Pausen zwischen den Twitches. Die Bisse kommen trotzdem oft knallhart und das Gros der Fische hängt am mittleren Drilling.

Die Barschwobbler Mogul Minnow von Bassday in den Farben Bleak und Perch auf Holzhintergrund

Die Topfarben für mich: Perch und Bleak bringen regelmäßig gute Fische. Foto: tackle-tester.de

Gerne fische ich den Mogul Minnow 110SP über tieferem Wasser. Durch die Größe, die Reflexionen und die Klangkugeln sendet er auch an tiefer stehende Fische deutliche Reize aus, und die Barsche attackieren ihn mit Vehemenz von unten.

Positiv: Die Owner-Drillinge sind nach wie vor so unfassbar scharf wie am ersten Tag. Negativ: Der Schwanzdrilling piekst sich recht oft an der Flanke der Fische fest. Für die kommende Spielzeit werde ich daher zumindest den rückwärtigen Owner durch einen Einzelhaken ersetzen. Etwas, was ich eigentlich bei allen Barschwobblern im Laufe der Zeit erledigt habe und bisher keine Einbußen bei den Fängen verzeichne.

Langzeit-Erfahrungen

Der Lack ist (ein bisschen) ab. Das Wirken der spitzen Haken auf den Körper ist nicht komplett spurlos am Mogul Minnow vorübergegangen. Die Abnutzung ist aber absolut im normalen Beriech und ansonsten konnten auch die unvermeidlichen Hechte dem Mogul-Minnow-Kleid wenig anhaben.

Abnutzung Drillinge Mogul Minnow 110SP

Im Kampf zwischen Drillingen und Finish haben die Greifer Spuren hinterlassen. Foto: tackle-tester.de

Die Tauchschaufel ist nach wie vor klar und lediglich durch den unvermeidbaren Grundkontakt ein wenig angekratzt. Dei Drillinge sind weiterhin klebrig- scharf und die Sprengringe schwarz – so soll es sein.

Detailansicht des Barschwobblers Bassday Mogul Minnow 110 SP.

Die Komponenten sind absolut hochwertig. Foto: tackle-tester.de

FAZIT


Unter den XL-Barschwobblern ist der Bassday Mogul Minnow 110SP ein Geheimtipp und nicht nur preislich eine günstige Alternative zur heimischen Konkurrenz aus Japan. Dafür sorgt vor allem das fantastische Weitwurfsystem.

Mein Lieblingsdekor ist der sehr naturgetreue „Perch“, aber auch „Bleak“ hat bereits einige schöne Fische gebracht, wobei gerade Hechte eher auf dieses Dekor abfahren.



Ob ein 110mm langer Barschwobbler drei Drillinge braucht? Eher nicht. Zumindest der Schwanzdrilling lässt sich sicherlich durch einen Einzelhaken ersetzen, ohne dass die Suspender-Eigenschaften allzu negativ beeinflusst werden, gerade wenn hechtsicheres Vorfachmaterial verwendet wird (Auch Fluo sinkt).

Was Komponenten und Verarbeitung angeht ist der Bassday Mogul Minnow erste Wahl. Das gilt nicht nur für die Minnows: Alle Modelle, die ich bisher aus dem Hause Bassday bei mir begrüßen durfte, überzeugten hier auf ganzer Linie. Mit einem Preis von 14,95 Euro bei Nippon-Tackle  ist er zudem für das gebotene sehr günstig. Insofern spricht nichts dagegen den Mogul Minnow 110SP auch als XL-Barschwobbler eine Chance zu geben.

Mich hat er jedenfalls restlos überzeugt und räumt hier verdientermaßen unseren Editors Choice Award ab.

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